Darf man seine Bachelorarbeit veröffentlichen – Plagiatsgefahr?
Nachdem die Bachelorarbeit geschrieben und bewertet wurde, stellt sich für viele Studenten häufig die Frage: Darf man seine Bachelorarbeit veröffentlichen?
Die wissenschaftliche Abschlussarbeit ist die Hauptprüfung im Studium. Oft besteht Unsicherheit über die Regularien von Seiten der Hochschule, sowie Angst, Opfer von Plagiaten zu werden.
In diesem 1a-Studi Artikel erhältst du Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Veröffentlichung, Weitergabe und das Gegenlesen deiner Bachelorarbeit.
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Plagiatsgefahr durch veröffentlichte Bachelorarbeit
Deine Bachelorarbeit ist dein geistiges Eigentum, das automatisch urheberrechtlich geschützt ist (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG). Der Schutz greift ab dem Zeitpunkt des Schreibens, ohne dass eine Anmeldung erforderlich ist (§ 7 UrhG).
Du darfst deine Arbeit grundsätzlich veröffentlichen, solltest dabei jedoch auf folgende Punkte achten:
- Du besitzt das Urheberrecht an deinem Werk (§ 15 ff. UrhG) und entscheidest über Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung (§ 19a UrhG)
- Die Hochschule erhält in der Regel ein einfaches Nutzungsrecht (§ 31 Abs. 2 UrhG), insbesondere zur Archivierung und Prüfungsbewertung
Tipp: Eine Veröffentlichung ohne Zustimmung kann ausgeschlossen sein, wenn vertragliche oder prüfungsrechtliche Regelungen bestehen (§ 43 UrhG in Verbindung mit hochschulrechtlichen Vorschriften). Halte daher immer Rücksprache mit deinem Professor oder lies dich in die Prüfungsordnung ein.
Thema weiterforschenThemen aus einer fremden Bachelorarbeit verwenden
Ein Thema ist nicht urheberrechtlich geschützt. Du darfst also eine ähnliche Forschungsfrage wählen – entscheidend ist immer die Eigenleistung.
Wenn du dieselbe Fragestellung aufgreifst, sollte deine Arbeit:
- eine neue Perspektive oder andere Methode nutzen,
- aktuellere Literatur einbeziehen,
- eigene Ergebnisse liefern.
Tipp: Nutze in Thema daher immer nur als Inspiration und entwickle dieses weiter.
Zustimmung der Hochschule und Sperrvermerke
Bevor du deine Arbeit veröffentlichst, prüfe unbedingt, ob es von deiner Hochschule Einschränkungen gibt:
- Einige Hochschulen haben Sperrfristen oder spezielle Genehmigungsverfahren
- Betriebliche Kooperationen können Sperrvermerke beinhalten
Solltest du deine Bachelorarbeit mit einem Sperrvermerk schreiben, dann solltest du unbedingt eine Genehmigung einholen. Im schlimmsten Fall droht dir eine Vertragsstrafe.
| Situation | Erforderliche Handlung |
|---|---|
| Betriebliche Kooperation | Schriftliche Freigabe des Unternehmens einholen |
| Hochschule mit Sperrvermerk | Genehmigung zur Veröffentlichung beantragen |
Risiken der Online-Veröffentlichung
Die Online-Veröffentlichung deiner Bachelorarbeit birgt zahlreiche Risiken:
- Missbrauch durch Dritte, die Inhalte kopieren
- Schwierigkeiten, spätere wissenschaftliche Arbeiten auf Grundlage dieser Arbeit zu schreiben (Eigenplagiat)
Tipp: Veröffentliche deine Arbeit nur in seriösen Portalen und mit rechtssicherer Lizenzierung.
Beispielsweise werden Dissertationen grundsätzlich über einen Verlag publiziert. Der Grund ist, dass das erforschte Wissen der Wissenschaft und Praxis zur Verfügung stehen soll.
Dies ist bei einer Bachelor- oder Masterarbeit nicht vorgesehen. Der Grund ist, dass die Abschlussarbeiten im ersten und zweiten akademischen Grad keinem Peer-Review-Verfahren unterliegen. Das bedeutet, Experten prüfen die wissenschaftliche und inhaltliche Ebene nicht. Der Professor nimmt nur die Position eines Gutachters ein, der deine Arbeit hinsichtlich der wissenschaftlichen Kriterien überprüft.
Solltest du dich trotzdem entscheiden, deine Bachelorarbeit zu veröffentlichen, dann sollte diese unbedingt allen wissenschaftlichen Kriterien erfüllen und vor allem von Fachexperten beim Lesen als inhaltlich richtig bewertet werden.
Stell dir vor, jemand findet später im Verlauf deiner Karriere deine alte Bachelorarbeit und stellt fest, dass die von dir dort formulierten Angaben nicht richtig oder fehlerhaft sind. Dies wirft ein schlechtes Bild auf dich und stellt möglicherweise deine Kompetenz in Frage.
Stell daher unbedingt sicher, dass deine Abschlussarbeit mit einer sehr guten Note bewertet wurde und Experten wie von 1a-Studi noch einmal die wissenschaftlichen Kriterien und Inhalte geprüft haben. Dadurch stellst du sicher, dass auch eine veröffentlichte Bachelorarbeit als Referenz gilt.
Bachelorarbeit lektorieren lassenDarf man seine Bachelorarbeit gegenlesen oder gilt es als Plagiat?
Ein professionelles Lektorat ist erlaubt, solange die Inhalte nicht geschrieben werden (Ghostwriting). Ständen profitieren vor allem von einem wissenschaftlichen Lektorat, das neben Rechtschreibung, Grammatik und Stil auch die wissenschaftlichen Kriterien und die Fachsprache prüft und korrigiert.
1a-Studi gewährleistet dir 100 % Datenschutz. Deine Arbeit wird weder veröffentlicht noch in Datenbanken hochgeladen. Deine Hochschule hat keinen Zugriff oder Kenntnis darüber, dass du deine Arbeit hast korrigieren und prüfen lassen.
SelbstzitateDarf man in einer Masterarbeit seine Bachelorarbeit übernehmen?
Prinzipiell kannst du deine Masterarbeit auf deiner Bachelorarbeit aufbauen. Dies bietet sich vor allem dann an, wenn du ein Thema konstant über deinen akademischen Werdegang untersuchst.
Die nachfolgende Tabelle zeigt dir die Erarbeitungsstufen von der Hausarbeit bis möglicherweise zur Dissertation in einem Thema:
| Arten der Arbeit | Untersuchungsziel | Beispieltitel / Themenentwicklung |
|---|---|---|
| Hausarbeit | Einführung in betriebliche Abläufe und Prozessverständnis | Prozessanalyse in mittelständischen Dienstleistungsunternehmen |
| Bachelorarbeit | Untersuchung von Effizienz und Struktur in Organisationen | Optimierung interner Arbeitsabläufe durch Prozessmanagement in kleinen Unternehmen |
| Masterarbeit | Entwicklung und Bewertung praxisnaher Modelle | Ein integratives Prozesssteuerungsmodell zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit betrieblicher Abläufe |
| Dissertation | Theoretische Fundierung und empirische Prüfung neuer Ansätze | Prozessbasierte Organisationsentwicklung: Modellbildung und empirische Validierung betrieblicher Steuerungsmechanismen |
Eigenplagiat oder Selbstplagiat bedeutet, bereits veröffentlichte eigene Inhalte ohne Kennzeichnung erneut in deiner Arbeit zu verwenden.
Einzelne Textteile aus deiner Bachelorarbeit dürfen mit Quellenangabe übernommen werden:
- Immer deutlich kennzeichnen und zitieren
- Ganze Kapitelübernahmen sind nicht zulässig
Tipp: Prüfe unbedingt die hochschuleigenen Vorgaben und halte Rücksprache mit deinem Betreuer. Oft sind genaue Anleitungen für erlaubte Selbstzitationen gegeben.
Arbeit zeigenDarf man seine Bachelorarbeit anderen Leuten zeigen?
Natürlich darfst du deine Bachelorarbeit anderen Leuten zeigen. Schließlich willst du deine wissenschaftliche Leistung präsentieren? Sicherlich interessieren sich deine Familie und Freunde oder dein zukünftiger Arbeitgeber für dein Forschungsergebnis.
Jedoch solltest du auf die folgenden Punkte achten:
Achte darauf, dass keine sensiblen Daten enthalten sind:
- Anonymisiere Daten Dritter
- Achte auf sensible Daten von Unternehmen
- Prüfe, ob Einwilligungen notwendig sind (vor allem bei einem Sperrvermerk)
Wenn du in einer empirischen Arbeit Interviews durchgeführt hast, dann sollte hier auf das Recht am gesprochenen Wort von deinen Interviewpartnern geachtet werden. Schließe daher einen Verwendungsvertrag mit deinen Interviewpartnern ab. Hier sollte geregelt werden, wie und in welcher Form die Inhalte verwendet werden dürfen und ob Dritte (also andere Leute) einen Blick darauf werfen dürfen.
Arbeit weitergebenDarf man seine Bachelorarbeit weitergeben?
Die unkontrollierte Weitergabe deiner wissenschaftlichen Arbeit birgt das Risiko der Zweckentfremdung. Werden Textteile oder Argumentationsstrukturen von Dritten ohne Kennzeichnung übernommen, liegt ein Plagiat vor:
- Das Plagiatsrisiko betrifft vor allem frei verfügbare PDF-Versionen, die ohne Kopierschutz hochgeladen werden.
- Der ursprüngliche Urheber haftet in solchen Fällen nicht automatisch (§ 97 UrhG), sollte jedoch nachweislich darlegen können, dass eine unerlaubte Nutzung ohne Zustimmung erfolgte.
Zur Prävention empfiehlt sich eine Veröffentlichung nur über Plattformen mit geprüften Lizenzsystemen oder Metadaten-Tracking, die den Ursprung belegen.
Vermeide daher unbedingt, deine Bachelorarbeit auf folgenden Kanälen zu teilen:
- Soziale Medien
- Foren
- Server und Sammelorder
Schutz vor Missbrauch und Plagiatskopien
Der wirksamste Schutz gegen Missbrauch liegt in der bewussten Kontrolle über die eigene Veröffentlichung.
- Teile nur einzelne Kapitel oder Auszüge, niemals die vollständige Arbeit, wenn keine Lizenzvereinbarung besteht.
- Verwende digitale Schutzmechanismen (z. B. Wasserzeichen, Kopierschutz, DOI-Vergabe) und sichere Datumsnachweise über Uploadportale.
- Bei Online-Veröffentlichungen sollte die Sichtbarkeit durch Suchmaschinen optional eingeschränkt werden, um automatisierte Übernahmen zu verhindern.
Tipp: Denke daran, dass KI-System auf Daten im Internet zugreifen. Sollte deiner Bachelorarbeit öffentlich verfügbar sein oder von anderen hochgeladen werden, dann besteht das Risiko, dass Inhalte aus deiner Arbeit mit KI verarbeitet werden und du Probleme mit dem Thema Plagiat bekommen könntest.
