Plagiat auf Englisch finden (Übersetzung und Paraphrase)
Englische Fachtexte gehören zum wissenschaftlichen Alltag. Studien, Theorien und aktuelle Forschung liegen häufig nur auf Englisch vor.
Genau hier entsteht ein erhebliches Risiko für deine wissenschaftliche Arbeit auf Deutsch. Übersetzungen und Paraphrasen aus dem Englischen können als Plagiat gewertet werden, auch wenn der Text scheinbar eigenständig formuliert ist.
Hochschulen prüfen Abschlussarbeiten bezielt auf Plagiate. Eine fehlende oder falsche Kennzeichnung gefährdet direkt das Bestehen der Arbeit.
Deshalb gilt eine Grundregel: Jede Übernahme fremder Gedanken aus englischen Quellen muss richtig belegt und korrekt zitiert werden. Am Ende ist eine Plagiatsprüfung vor der Abgabe unbedingt durchzuführen.
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Was ist ein Übersetzungsplagiat?
Ein Übersetzungsplagiat liegt vor, wenn ein fremdsprachiger Text, meist aus dem Englischen, in eine andere Sprache übertragen wird, ohne die ursprüngliche Quelle korrekt anzugeben. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Text wörtlich übersetzt oder leicht umformuliert wurde. Der wissenschaftliche Gedanke bleibt fremd.
Typische Abläufe eines Übersetzungsplagiats
- Ein englischer Text wird gelesen und direkt ins Deutsche übersetzt
- Der übersetzte Text wird sprachlich angepasst oder leicht paraphrasiert
- Die englische Originalquelle wird nicht oder unvollständig angegeben
Finden Plagiatsscanner Übersetzungsplagiate?
Ja, moderne Plagiatsscanner wie von 1a-Studi können Übersetzungsplagiate erkennen. Systeme wie wissenschaftliche Plagiatsprüfungen arbeiten mit:
- mehrsprachigen Textdatenbanken
- semantischer Analyse
- Vergleich von Argumentationsstrukturen
Ein Scanner prüft nicht nur Wortgleichheit, sondern auch inhaltliche Übereinstimmungen. Auch wenn keine identischen Formulierungen vorliegen, kann ein Übersetzungsplagiat erkannt werden.
RegelnArbeit mit englischen Texten in wissenschaftlichen Arbeiten
Englische Texte dürfen selbstverständlich genutzt werden. Entscheidend ist der korrekte Umgang damit. Dabei entstehen zwei häufige Problemfelder.
Problem 1: Übersetzen und gleichzeitig paraphrasieren
Eine Übersetzung von Englisch auf Deutsch gilt wissenschaftlich bereits als Übernahme fremder Gedanken. Auch wenn Formulierungen angepasst werden, bleibt die Idee fremd.
So gehst du korrekt vor:
- Du paraphrasierst den Inhalt eigenständig
- Du zitierst die englische Originalquelle ganz normal
- Du gibst keine deutsche Quelle an, sondern immer das englische Original
Beispiel:
1) Originaltext (Englisch, direktes Zitat aus der Quelle)
“Taken together, these findings shed light on the psychological well-being of children and their families during governmental lockdown measures.”
2) Deutsche Paraphrase (eigener Fließtext, kein Zitat)
Die Ergebnisse verdeutlichen die psychische Befindlichkeit von Kindern und Familien unter staatlichen Lockdown-Maßnahmen und liefern damit eine empirische Grundlage für die Einordnung der Belastungssituation.
3) So steht die Quelle direkt im Text (APA-Beispiel)
Im Text (Paraphrase): … unter Lockdown-Maßnahmen empirisch eingeordnet (Christner et al., 2021).
Literaturverzeichnis (APA 7):
Christner, N., Essler, S., Hazzam, A., & Paulus, M. (2021). Children’s psychological well-being and problem behavior during the COVID-19 pandemic: An online study during the lockdown period in Germany. PLOS ONE, 16(6), e0253473. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0253473
Wichtig für deine Bachelorarbeit: Bei Online-Artikeln ohne Seitenzahlen wird in der Regel keine Seitenzahl gesetzt. Wenn die Hochschule eine genaue Fundstelle verlangt, eignet sich eine Abschnittsbezeichnung (z. B. „Abstract“) oder eine Absatznummer nach Vorgabe des Zitierstils.
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Problem 2: Paraphrasieren ohne Übersetzung
Wenn du einen englischen Text liest und den Inhalt frei auf Deutsch wiedergibst, handelt es sich ebenfalls um eine indirekte Übernahme.
Wichtig dabei:
- Auch stark umformulierte Inhalte müssen zitiert werden
- Die englische Quelle bleibt vollständig sichtbar
- Eine Kennzeichnung wie „eigene Übersetzung“ ist nicht zwingend, aber zulässig
Beispiel:
Einige Leitfäden empfehlen bei übersetzten Zitaten einen Zusatz wie [eigene Übersetzung] und optional die Angabe des Originals, häufig in Fußnote oder Klammer.
Beispiel im Text (deutsches Zitat, Übersetzung kenntlich):
„In der Gesamtschau verdeutlichen die Ergebnisse die psychische Befindlichkeit von Kindern und Familien während staatlicher Lockdown-Maßnahmen“ [eigene Übersetzung]. (Christner et al., 2021)
Optional zusätzlich in einer Fußnote:
Original: “Taken together, these findings shed light … lockdown measures.”
Empfehlung:
Bei intensiver Arbeit mit englischen Texten kann in der Methodik kurz erläutert werden, dass internationale Literatur genutzt und sinngemäß übertragen wurde. Transparenz reduziert Risiken erheblich.
Risiken und Plagiate durch englische Texte
Der Umgang mit englischer Literatur birgt mehrere typische Risiken, die regelmäßig zu Plagiatsvorwürfen führen.
Häufige Risiken
- Übersetzungen ohne Quellenangabe
- Paraphrasen mit zu enger Nähe zum Original
- Fehlende Seitenzahlen bei indirekten Zitaten
- Nutzung englischer Texte ohne eindeutige Kennzeichnung
- Vertrauen auf automatische Übersetzungstools ohne Kontrolle
Mögliche Folgen
- Plagiatsvorwurf
- Nichtbestehen der Abschlussarbeit
- Aberkennung des akademischen Grades
- Disziplinarische Verfahren an der Hochschule
Übersicht: Übersetzen vs. Paraphrasieren
| Vorgehen | Erlaubt | Zitierpflicht | Risiko |
|---|---|---|---|
| Wörtliche Übersetzung | Ja | Ja | höchstwahrscheinlich |
| Sinngemäße Paraphrase | Ja | Ja | wahrscheinlich |
| Übersetzung ohne Zitat | Nein | – | höchstwahrscheinlich |
| Eigene Analyse mit Quelle | Ja | Ja | gering |
| Übersetzung mit Plagiatsprüfung | Ja | Ja | wahrscheinlich |
| Paraphrase mit Plagiatsprüfung | Ja | Ja | wahrscheinlich |
| Übersetzung ohne Zitat trotz Plagiatsprüfung | Nein | – | höchstwahrscheinlich |
| Paraphrase ohne Zitat trotz Plagiatsprüfung | Nein | – | sehr wahrscheinlich |
| Offengelegte Übersetzungsarbeit + Plagiatsprüfung | Ja | Ja | gering |
