Plagiate finden – So geht es
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um eine Bachelorarbeit auf Plagiate zu überprüfen. Dabei lassen sich entweder
- eine Plagiatsprüfung verwenden oder
- eine manuelle Suche durchführen durch Experten.
Eine Plagiatsprüfung reduziert den Zeitaufwand, der bei einer händischen Durchsicht für potenzielle Plagiate anfällt. Das Ergebnis ist innerhalb weniger Minuten verfügbar.
Die manuelle Suche bietet hingegen die Chance, Ideenplagiate, Strukturplagiate oder Übersetzungsplagiate zu erkennen. Häufig wird nach einem Verdacht von den Prüfern immer eine technische Plagiatsprüfung durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis
Methoden, um Plagiate in einer Bachelorarbeit zu finden
Die nachfolgende Tabelle zeigt die wichtigsten Methoden, um festzustellen, ob eine Bachelorarbeit Plagiate enthält.
Plagiate finden mit einer Plagiatsprüfung
| Worauf zu achten ist | Vorgehensweise bei verdächtigen Stellen |
|---|---|
| ob die markierten Textstellen tatsächlich Plagiate sind. | Alle von der Software markierten Passagen mit den verlinkten Originalen vergleichen. |
Nach Vollplagiaten suchen
| Worauf zu achten ist | Vorgehensweise bei verdächtigen Stellen |
|---|---|
| ob das Thema bereits in einer anderen Arbeit behandelt wurde. | Mithilfe von Suchmaschinen, Hochschuldatenbanken und Bibliotheken nach Überschneidungen suchen. |
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Auffällige Formatierung als Indikator
| Worauf zu achten ist | Vorgehensweise bei verdächtigen Stellen |
|---|---|
| ob Unterschiede in Schriftarten, Schriftgrößen oder Zeilenabständen auftreten. | Die auffälligen Passagen in Suchmaschinen eingeben, z. B. mit Anführungszeichen („…“). |
Inkonsistente Zitation
| Worauf zu achten ist | Vorgehensweise bei verdächtigen Stellen |
|---|---|
| ob verschiedene Zitierstile in derselben Arbeit verwendet werden. | Die entsprechenden Abschnitte in Suchmaschinen eingeben und auf Übereinstimmungen prüfen. |
Unregelmäßiger Schreibstil
| Worauf zu achten ist | Vorgehensweise bei verdächtigen Stellen |
|---|---|
| ob sich der Sprachstil plötzlich ändert. | Die auffälligen Passagen in Suchmaschinen eingeben und auf Übereinstimmungen prüfen. |
Auffällige Zeitformen
| Worauf zu achten ist | Vorgehensweise bei verdächtigen Stellen |
|---|---|
| ob ungewöhnliche Tempuswechsel im Text auftreten. | Die fraglichen Passagen in Suchmaschinen eingeben und auf Übereinstimmungen prüfen. |
Abweichende Grammatik und Satzbau
| Worauf zu achten ist | Vorgehensweise bei verdächtigen Stellen |
|---|---|
| ob Textbereiche stark voneinander abweichen oder alte und neue Rechtschreibung gemischt auftreten. | Die Verdachtsstellen in Suchmaschinen eingeben und auf Übereinstimmungen prüfen. |
Auffällige Fremd- und Fachwörter
| Worauf zu achten ist | Vorgehensweise bei verdächtigen Stellen |
|---|---|
| ob ungewöhnliche Fachbegriffe oder Fremdwörter ohne Erklärung verwendet werden. | Die verdächtigen Begriffe in Suchmaschinen eingeben, ggf. in Originalsprache suchen. |
Auffällige Eigennamen
| Worauf zu achten ist | Vorgehensweise bei verdächtigen Stellen |
|---|---|
| ob ein Eigenname verschieden geschrieben wird. | Textstellen mit den fraglichen Schreibweisen in Suchmaschinen überprüfen. |
Plagiate durch auffällige Quellen
| Worauf zu achten ist | Vorgehensweise bei verdächtigen Stellen |
|---|---|
| ob ausschließlich alte Quellen vorliegen oder URLs nicht mehr funktionieren. | Die entsprechenden Passagen in Suchmaschinen eingeben und auf Übereinstimmungen prüfen. |
Kopien von Abbildungen und Tabellen
| Worauf zu achten ist | Vorgehensweise bei verdächtigen Stellen |
|---|---|
| ob Abbildungen ohne Quellenangabe eingefügt wurden. | Die Abbildungen in der Google-Bildersuche hochladen und prüfen, ob sie aus einer anderen Quelle stammen. |
Mit einer Plagiatsprüfung Plagiate finden
Eine Plagiatsprüfung unterstützt bei der Identifikation von Plagiaten, indem diese interne und öffentlich zugängliche Datenbanken nach übereinstimmenden Textabschnitten durchsucht. Im Anschluss zeigt die Software den prozentualen Anteil ähnlicher oder identischer Stellen an. Diese Stellen werden markiert.
Zur Klärung, ob es sich tatsächlich um ein Plagiat handelt, ist ein Vergleich mit der jeweiligen Originalquelle notwendig. Dabei helfen die folgenden Fragen:
- Wurde ein korrekt belegtes Zitat markiert?
- Handelt es sich um eine korrekte Paraphrase mit Quellenangabe?
- Wurde ein alltäglicher Ausdruck markiert, der in vielen Texten vorkommt?
Treffen diese Punkte nicht zu, dann liegt ein Plagiat vor, das dringend professionell korrigiert werden muss.
KonsequenzenNach Vollplagiaten suchen
Bei der Überprüfung einer Bachelorarbeit stellt sich die Frage, ob ein bereits existierendes Werk zum gleichen oder einem sehr ähnlichen Thema vorliegt. Ein ähnlicher Titel kann darauf schließen lassen, dass Inhalte übernommen wurden.
Vorgehensweise:
- Den Titel der verdächtigen Arbeit in Google, Google Scholar, Google Books oder Hochschuldatenbanken eingeben.
- Nach Werken suchen, die thematisch und im Titel ähnlich sind.
Die Ähnlichkeit im Titel lässt vermuten, dass ein Plagiat vorliegen könnte. Um diese Vermutung zu bestätigen:
- Inhaltsverzeichnisse vergleichen
- Textabschnitte auf Übereinstimmungen prüfen
Auffällige Formatierung als Indikator
Unterschiedliche Formatierungen innerhalb derselben Arbeit deuten oft darauf hin, dass Textstellen aus externen Quellen kopiert wurden.
Vorgehensweise:
- Nach Abweichungen bei Schriftart (z. B. Times New Roman vs. Arial) suchen
- Unterschiede in Schriftgrößen oder Zeilenabständen aufspüren
- Bei einer auffälligen Passage den entsprechenden Textteil kopieren und in Anführungszeichen bei Google eingeben („…“)
- Alternativ kürzere Textsegmente oder markante Wörter im Suchfeld verwenden
Beispiele
Inkonsistente Zitation
Verschiedene Zitierstile in demselben Dokument können darauf hindeuten, dass Fremdtexte (einschließlich ihrer Quellenangaben) übernommen wurden.
Vorgehensweise:
- Alle Quellenangaben im Fließtext auf Einheitlichkeit prüfen
- Alle Quellenangaben im Literaturverzeichnis auf Einheitlichkeit prüfen
- Verdächtige Textstellen in Anführungszeichen („…“) bei Google eingeben
- Bei negativem Suchergebnis kürzere Textausschnitte oder einzelne Schlagwörter probieren
Beispiele
Unregelmäßiger Schreibstil
Ein plötzlicher Wechsel im Stil (z. B. von sachlich-wissenschaftlich zu sehr umgangssprachlich oder umgekehrt) kann ein Hinweis darauf sein, dass ein Abschnitt aus einer anderen Quelle stammt.
Vorgehensweise:
- Den gesamten Text aufmerksam lesen und auf Stilbrüche achten
- Auffällige Textstellen in Suchmaschinen eingeben (ggf. mit Anführungszeichen)
- Kürzere Passagen bei erfolgloser Suche verwenden
Beispiele
Auffällige Zeitformen
In wissenschaftlichen Arbeiten ist die Verwendung unterschiedlicher Zeitformen normal. Tauchen allerdings im selben Kapitel ohne sachlichen Grund verschiedene Zeitformen auf, kann dies auf kopierte Textstellen hinweisen.
Vorgehensweise:
- Darauf achten, ob in unmittelbar aufeinanderfolgenden Absätzen plötzlich andere Zeitformen verwendet werden.
- Verdächtige Passagen in Suchmaschinen eingeben.
Beispiele
Abweichende Grammatik und Satzbau
Starke Unterschiede bei Rechtschreibung und Grammatik innerhalb derselben Arbeit oder der Wechsel zwischen alter und neuer Rechtschreibung sind verdächtig.
Vorgehensweise:
- Durchlesen und auf auffällige Fehlerhäufungen achten.
- Herausfinden, ob in manchen Passagen die neue und in anderen die alte Rechtschreibung verwendet wird.
- Die entsprechenden Stellen in Suchmaschinen eingeben (ggf. mit Anführungszeichen).
Beachte: Fehler aus der Originalquelle werden übernommen. Bei Zitaten werden Fehler durch [sic] gekennzeichnet. Falls jedoch ein fehlerhafter Abschnitt ohne diese Markierung erscheint, handelt es sich möglicherweise um ein Plagiat.
BeispieleAuffällige Fremd- und Fachwörter
Ungewöhnliche oder schlecht ins Deutsche übertragene Begriffe können auf ein Übersetzungsplagiat hindeuten, wenn deren Bedeutung nicht erklärt wird.
Vorgehensweise:
- Auf unerklärte Fremdwörter achten, die im Kontext ungewohnt erscheinen.
- Diese Begriffe direkt in Suchmaschinen eingeben, ggf. in englischer oder anderer Originalsprache.
Auffällige Eigennamen
Abweichende Schreibweisen desselben Namens im Original und im übernommenen Text stellen ein typisches Merkmal für Plagiate dar.
Vorgehensweise:
- Darauf achten, ob Eigennamen mal als „McAllister“ und mal als „MacAlister“ bezeichnet werden.
- Betroffene Passagen in Google eingeben und die Schreibweisen prüfen.
Plagiate durch auffällige Quellen
Quellen, die nicht mehr verfügbar sind, oder sehr alte Publikationen, obwohl aktuelle Veröffentlichungen vorhanden wären, können Plagiate entlarven.
Vorgehensweise:
- Das Alter der Quellen analysieren
- Überprüfen, ob die URLs noch erreichbar sind
- Bei auffälligen Stellen mithilfe von Suchmaschinen nach Textgleichheit suchen
Kopien von Abbildungen und Tabellen
Werden Abbildungen eingefügt, ohne deren Ursprung zu nennen, liegt ein Plagiat vor, sofern diese nicht selbst erstellt wurden.
Vorgehensweise:
- Abbildungen auf fehlende Quellenangaben prüfen
- Mithilfe der Google-Bildersuche nach der Originalquelle suchen
- Bei Fund einer Quelle prüfen, ob Text aus derselben Quelle entnommen wurde
Plagiate finden bei Offline-Dokumenten
Es besteht die Möglichkeit, dass eine plagierende Person auf analoge Quellen zurückgreift, die im Internet nicht auffindbar sind.
- Überlegen, welche Werke in der lokalen (Universitäts-)Bibliothek erhältlich sind.
- In elektronischen Archiven nach Volltexten recherchieren.
- Google Books für die Vorschau verwenden, um Textstellen zu sichten.
- Besonders bei Themen mit überschaubarer Literaturmenge in Bibliotheken gezielt nach möglichen Originalpassagen suchen.
Tipp: Eine gründliche Recherche in Bibliotheken erfordert zwar Zeit, kann jedoch Erfolg versprechen, wenn sich das Thema in wenigen, sehr speziellen Werken wiederfindet.
